Ermittlung der verkehrlichen Wirksamkeit von Maßnahmen bei Feinstaub-Grenzwertüberschreitungen
 

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Aufgabe
Durchführung einer vertieften Befragung für die Abschätzung des zu erwartenden Verkehrsverhaltens bei PKW-Fahrverboten.

Auftraggeber
Amt der Stmk. Landesregierung
Fachabteilung 18A
W. Reiterlehner, DI

Magistrat Graz
Verkehrsplanung; T. Fischer, DI

Umweltamt; W. Prutsch, Dr. DI

Projektlaufzeit
2006, Projektsdauer 3 Monate


Aufgabenstellung

Die Stadt Graz und ihre südlichen Nachbargemeinden sind Feinstaub-Sanierungsgebiete gemäß IG-L (Immissionsschutzgesetz Luft). Zur Entwicklung eines effektiven Maßnahmeninstrumentariums im Fall einer Feinstaub-Grenzwertüberschreitung sind als wesentliche Basisdaten Informationen über die verkehrlichen Auswirkungen von verschiedenen verkehrslenkenden Maßnahmen notwendig. Das Ziel dieser Untersuchung war es, das Verkehrsverhalten der PKW-Nutzer in der Stadt Graz und im Umland von Graz für unterschiedliche Maßnahmenpakete abzuschätzen und verkehrliche Grundlagen für die Planung und Dimensionierung für verkehrliche Maßnahmen zu erarbeiten. Für diese Erhebung wurde die Methode einer Stated-Preference-Befragung herangezogen.


Vorgangsweise

(1) Konzeption der Stated-Preference-Befragung

Methode

Mit der Methode der Stated-Preference-Befragungen werden Verhaltensreaktionen der Befragten durch die Vorgabe einer Entscheidungssituation ermittelt, die verschiedene Alternativen enthält. Bei dieser Befragung wurde das reale Verkehrsverhalten der Befragten an einem bestimmten Tag (definierter Stichtag) mit allen an diesem Tag durchgeführten Wegen nachgebildet und anschließend einem Szenarienspiel für die Feinstaub Maßnahmen unterzogen.

Vertieft untersuchte allgemeine Informationsinhalte
Basierend auf den vorhandenen Informationen über jene Wege, welche die Befragten an dem jeweiligen Stichtag durchgeführt haben, wurden zusätzliche (vertiefte) Informationen zu diesen Wegen erhoben. Darüber hinaus wurden Meinungen und Werthaltungen erhoben, die für das Reaktionsverhalten von Bedeutung sind.

Szenarien der Stated-Preference-Befragung
-  Vorinformation (3 Tage vor Fahrverbot)
-  Feinstaub-Grenzwertüberschreitung Situation 1/2
-  Feinstaub-Grenzwertüberschreitung, die mehrere Tage andauert
   (aufbauend auf Situation 1 und Situation 2)
-  Feinstaub-Grenzwertüberschreitung bei ÖV-Überlastung (aufbauend auf Situation 1 und Situation 2)
-  Feinstaub-Grenzwertüberschreitung – mit Fahrgemeinschaftsförderung
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Abbildung: Gebiet für Fahrbeschränkungen = Feinstaub-Sanierungsgebiet Graz

(2) Untersuchungsergebnisse zu Maßnahmenvorschlägen
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Abbildung: Ganzjährige Maßnahmenvorschläge zur Vermeidung von Feinstaub- Grenzwertüberschreitung in der Stadt Graz und im Umland

(3) Untersuchungsergebnisse zu Reaktionen der MIV-Lenker auf Maßnahmenbündel bei Feinstaub-Grenzwertüberschreitung
Wesentlicher Teil der vertieften Interviews war die Frage nach der Reaktion der Befragten auf Maßnahmen bei Feinstaub-Grenzwertüberschreitung. In Form von Planspielen wurden zwei Maßnahmenbündel zusammen mit Untervarianten intensiv abgefragt.

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Abbildung: Reaktion der MIV-Lenker bei Situation 1 der Feinstaub-Grenzwertüberschreitung mit besonderem Hinweis darauf, dass die Situation 1 mehrere Tage andauern kann, Werte in % der befragten MIV-Lenker

(4) Untersuchungsergebnisse zu von den Befragten erwarteten Problemen bei Feinstaub-Grenzwertüberschreitung in der Stadt Graz und im Umland

(5) Generelle Abschätzung der Auswirkungen von ausgewählten Situationen auf die ÖV-Verkehrsnachfrage sowie Park and Ride Nachfrage und die verbleibenden KFZ-Verkehrsbelastungen in Graz
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Abbildung: KFZ-Verkehrsbelastungsplan für die Situation 1 ohne Förderung von Fahrgemeinschaften, verglichen mit dem Bestand ohne Maßnahmen

(6) Detaillierte Abschätzung der zusätzlich erforderlichen ÖV-Kapazitäten und Parkplatzkapazitäten für den Dimensionierungsfall "Situation 1/3+"
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Abbildung: Abschätzung Verkehrsaufkommen MIV (Lenker und Mitfahrer) und
ÖV bei Feinstaub-Grenzwertüberschreitung Situation 1/3+
(Fahrverbot für PKW-Diesel ohne Filter, mit Fahrgemeinschafts-Förderung)


Ergebnis

Die Ergebnisse der Untersuchung sollen eine Grundlage für die Entscheidung über die Maßnahmen und die Bemessung der erforderlichen ÖV-Kapazitäten sowie der erforderlichen zusätzlichen Park and Ride Stellplätze darstellen.