Mobilitätsmanagement Landesdienstleistungszentrum Linz
 

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Aufgabe
Erarbeitung eines Programms für ein betriebliches Mobilitäts-
management des Landes- dienstleistungszentrums im Bereich des Hauptbahnhofes in Linz


Auftraggeber
Amt der OÖ Landesregierung
Peter Reinberg, HR., Dr.
A 4021 Linz

Projektlaufzeit
2004





Aufgabenstellung

Das Land Oberösterreich hat im Bereich des Hauptbahnhofes Linz ein neues Landesdienstleistungszentrum (LDZ) errichtet, in dem gemeinsam mit den bestehenden Landesdienststellen im näheren Umfeld ca. 2.800 Bedienstete beschäftigt sein werden. Im Sinne der Ziele des Gesamtverkehrskonzeptes Oberösterreich wurde ein Programm für ein betriebliches Mobilitätsmanagement des Landesdienstleistungszentrums erarbeitet. Die Zielrichtung war, eine umweltorientierte Verkehrsanbindung für Mitarbeiter und Kunden (Besucher) zu schaffen und zu fördern.


Vorgangsweise

Bestandsanalyse

  • Verkehrsangebot:
Fußgänger- und Farradverkehr:
Durch die innerstädtische Lage ist das Landesdienstleistungszentrum für den Fußgänger- und Fahrradverkehr gut erschlossen. 

Öffentlicher Verkehr:

Die Anbindung an den öffentlichen Verkehr ist durch die Lage am Hauptbahnhof Linz sowohl für den innerstädtischen ÖV als auch für den regionalen öffentlichen Verkehr als sehr gut zu bezeichnen. Wichtig ist die direkte fußläufige Verbindung zwischen den Landesdienstleistungszentrum und dem Bahnhof sowie den städtischen ÖV-Haltestellen.

KFZ-Verkehr
:
Fließender Verkehr: Die Anbindung des Landesdienstleistungszentrums (LDZ) an das Hauptstraßennetz erfolgt über die Kärntnerstraße und ist über städtische Hauptstraßen mit dem Autobahnnetz verbunden. Diese Anbindung ist als sehr gut zu bezeichnen.

Ruhender Verkehr: Beim Landesdienstleitungszentrum werden ca. 800 neue Parkplätze für Beschäftigte in Garagen errichtet.

  • Verkehrsnachfrage und Stellplatzangebot: 

Unter der Annahme, dass 90% der Beschäftigten an einem durchschnittlichen Werktag anwesend sind, ergibt sich als Abschätzung ein Verkehrsaufkommen der 2800 Beschäftigten vor der Übersiedelung ins Landesdienstleistungszentrum von ca. 6300 Wegen pro Werktag (Summe beider Richtungen Hin- und Rückweg, Annahme von 2,5 Wegen pro Person und Tag).

Dienstliche Wege der Beschäftigten: Zusätzlich werden von den Beschäftigten des Dienstleistungszntrums ca. 800 dienstliche Wege pro Tag zurückgelegt.

Kunden:
Insgesamt wird laut Abschätzung der Landesverwaltung mit ca. 500 Kunden pro Tag gerechnet, was etwa 1000 Wege pro Werktag bedeutet.

Lieferverkehr:
Laut Abschätzung ist mit ca. 25 bis 30 LKW- bzw. Lieferwagenfahrten pro Wertag zu rechnen.

Insgesamt ergibt sich in Summe (alle Verkehrsmittel) ein Verkehrsaufkommen des Landesdienstleistungs­zentrums von ca. 9000 Wegen pro Tag und Fahrtrichtungen.


Zielsetzung des Gesamtverkehrskonzeptes Oberösterreich
  1. Oberösterreich - das Land der guten Erreichbarkeit
  2. Oberösterreich - das Land mit einer optimalen Abstimmung von Raumnutzung und Verkehrsinfrstruktur
  3. Oberösterreich - das Land mit einer ausgewogenen Verkehrsmittelaufteilung
  4. Oberösterreich - das Land mit sozialer und umweltfreundlicher Verkehrsabwicklung
  5. Oberösterreich - das Land strebt Kostenwahrheit im Verkehr an
  6. Oberösterreich - das Land mit verkehrspolitischem Qualitätsmanagement

Strategien des Mobilitätsmanagement Landesdienstleistungszentrum

Aus den Zielen des Gesamtverkehrskonzeptes Oberösterreich werden folgende Strategien für das Mobilitätsmanagement für das Landesdienstleistungszentrum für Beschäftigte und Kunden abgeleitet:
- Steigerung der Nutzung des Fußgänger- und Fahrradverkehrs;
- Steigerung der Nutzung des ÖV;
- Effiziente und umweltfreundliche Nutzung des MIV (d.h. Verdoppelung des Weganteils von     Fahrgemeinschaften; Verringerung des Weganteils der MIV-Lenker um rund 20%; Verringerung der CO2-Emissionen um rund 20%);
- Bestmögliche Rahmenbedingungen und begleitende Maßnahmen zur Verfolgung der definierten Strategien für das Mobilitätsmanagement.

Maßnahmenentwicklung

Die Maßnahmenlisten enthalten neben einer kurzen Beschreibung der Maßnahmen einen Zeitbezug, die Verantwortlichkeit für die Umsetzung sowie (wenn möglich) eine Kostenschätzung. Eine Maßnahmenübersicht ist in Abbildung 1, die detaillierte Maßnahmenliste mit Einzelaktivitäten in Abbildung 2 dargestellt. Es sind bauliche und organisatorische Maßnahmen für alle Verkehrsmittel enthalten.

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Abbildung: Maßnahmenübersicht Fußgänger- Fahrradverkehr

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Abbildung: Detaillierte Maßnahmenliste mit Aufgabenfestlegung für das Projektmanagement


Empfehlungen und weitere Vorgangsweise

Mobilitätsmanagement ist ein Mosaikstein in einem Gesamtverkehrskonzept. Ihm kommt insbesondere als Vorbildfunktion des Landes für andere Unternehmen in Oberösterreich eine Vorbildfunktion zu. Wenn das betriebliche Mobilitätsmanagement für das neue LDZ Erfolg haben soll, so ist zu beachten, das Mobilitätsmanagement sich nicht in einem Beschluss eines Konzeptes erschöpfen darf sondern einen permanenten Prozess darstellt. Deshalb werden folgende weitere Arbeitsschritte vorgeschlagen:

- Diskussion der Maßnahmen mit Vertretern der Landespolitik;
- Beschlussfassung der Maßnahmen, Sicherstellung der Finanzierung;
- Einrichten eines Projektmanagements „Mobilitätsmanagement“ mit Mobilitätsbeauftragtem;
- Umsetzung des Maßnahmenkataloges;
- Laufende Erfolgskontrolle mit jährlichem Evaluierungsbericht ab Ende 2005.
 

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