Verkehrliche Auswirkungen von Varianten der Nord-West-Umfahrung Meran
 

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Aufgabe
Erarbeitung einer Verkehrsstudie für die verkehrlichen Auswirkungen der Nord-West-Umfahrung in Meran

Auftraggeber
Bezirksgemeinschaft Burggrafenamt
M.Stifter, Dr.

Projektlaufzeit
2006 bis 2007

Kooperationspartner
keine






Aufgabenstellung
Im Burggrafenamt Meran wird an der Planung einer Nord-West-Umfahrung von Meran gearbeitet. Als Grundlage für diese Planung wurde eine aktualisierte Verkehrsuntersuchung durchgeführt. Mit dieser Untersuchung werden die verkehrlichen Berechnungen der unterschiedlichen Ausbauvarianten für das Jahr 2006 aktualisiert. Die Verkehrsuntersuchung hat folgende Inhalte:
  • Erhebung des bestehenden KFZ-Verkehrs in Meran.
  • Erarbeiten eines Verkehrsmodells für den KFZ-Verkehr des Bezugsjahres 2006. 
  • Abschätzung der zukünftigen räumlichen und verkehrlichen Entwicklung der nächsten 20 Jahre. Als Ergebnis stehen Informationen über die zu erwartende Verkehrssituation im Prognosejahr 2026 zur Verfügung.
  • Berechnung der Auswirkungen der Nord-West-Umfahrung auf die KFZ-Verkehrsbelastungen für das Bezugsjahr 2006 und das Prognosejahr 2026. Dabei sind die Maßnahmen der EURAC Studie berücksichtigt.

Vorrgangsweise

Erhebungen:

Als Basis der Untersuchung wurden vorhandene automatische Zählungen der Provinz Südtirol sowie ergänzende Zählungen des Burggrafenamtes und der Stadt Meran verwendet. Zusätzlich wurde eine Erhebung des KFZ-Verkehrs mit Hilfe der Nummerntafelverfolgungsmethode an einem Aussenkordon entlang der Meraner Stadtgrenze und an den Brücken über die Passer durchgeführt.


KFZ-Verkehrsnachfrage 2006 und Trendprognose für das Jahr 2026:
Verkehrsentwicklung 1976 – 2006:
Die Verkehrsentwicklung der letzten 30 Jahre zeigt in Meran  zwischen 1976 und 1991 eine starke Zunahme und ab 1991 nur mehr eine geringe Zunahme des KFZ-Verkehrs. Insbesondere hat die KFZ-Verkehrsbelastung der Brücken über die Passer nur sehr gering zugenommen. Das liegt daran, dass die Leistungsfähigkeit der Brücken in den Spitzenstunden bereits 1991 erreicht war und durch die Sperre der Postbrücke sogar eine Verringerung der Gesamtleistungsfähigkeit der Passer-Brücken eingetreten ist.
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Abbildung: KFZ-Verkehrsentwicklung 1976 - 2006 an "Schnitten"
entlang der Stadtgrenze bzw. der Passer, Werktagsverkehr

Trendprognose der KFZ-Verkehrsnachfrage 2026 ohne Nord-West-Umfahrung:
Die zu erwartende weitere Trendentwicklung bis zum Jahr 2026 läßt ein weiteres Steigen der KFZ-Verkehrsbelastung erwarten. Das ist eine Folge des weiter zunehmenden KFZ-Besitzes, der zunehmenden Fahrtweiten als Folge der dezentralen Siedlungsentwicklung und der Zentralisierung der Versorgungseinrichtungen (Verwaltungen, EKZ, etc.).

Untersuchte Planfälle:

  • (Ausbau)variante A: Bestehendes Straßennetz 2006
  • Ausbauvariante B: Teilausbau der Nord-West-Umfahrung von Meran. Zusätzlich wird im Bereich des Bahnhof es eine neue Parkgarage mit ca. 800 Stellplätzen errichtet.
  • Ausbauvariante C1: Vollausbau der Nord-West-Umfahrung von der MEBO bis zur Jaufenstraße mit einer Untertunnelung des Küchlberges sowie Errichtung einer neuen Parkgarage mit ca. 800 Stellplätzen im Bereich des Bahnhofes.
  • Ausbauvariante C1v: Diese Ausbauvariante entspricht der Ausbauvariante C1. Zusätzlich wird die Innenstadt von Meran stärker verkehrsberuhigt und enthält eine Qualitätsverbesserung der Seilbahnverbindung auf den Küchlberg (Dorf Tirol).
  • Ausbauvariante C2: Vollausbau der Nord-West-Umfahrung von der MEBO bis zur Jaufenstraße mit einer Untertunnelung des Küchlberges und mit einer Anbindung an die 4.-November-Straße sowie die Errichtung der Bahnhofsgarage mit ca. 800 Stellplätzen. Gegenüber der Variante C1 soll im Küchlbergtunnel zusätzlich eine Kavernengarage mit ca. 600 Stellplätzen errichtet werden.
  • Ausbauvariante C2v: Zusätzlich zur Ausbauvariante C2 (Vollausbau der Nord-West-Umfahrung) in der Innenstadt von Meran Maßnahmen für eine KFZ-Verkehrsberuhigung. Bei dieser Ausbauvariante ist auch die geplante neue Seilbahnverbindung auf den Küchlberg (Dorf Tirol) enthalten und die Errichtung einer Kavernengarage im Küchlbergtunnel mit ca. 600 Stellplätzen.
  • Ausbauvariante C3v: Vollausbau der Nord-West-Umfahrung von der MEBO bis zur Jaufenstraße mit einer Untertunnelung des Küchlberges und mit einer Anbindung an die 4.-November-Straße sowie die Errichtung der Bahnhofsgarage mit ca. 800 Stellplätzen und der geplanten neuen Seilbahnverbindung auf den Küchlberg (Dorf Tirol). Zusätzlich soll im Bereich Gampenstraße eine neue Park&Ride-Anlage mit ca. 1000 Stellplätzen errichtet werden. 
  • Ausbauvariante Dv: Vollausbau der Nord-West-Umfahrung von der MEBO bis zur Jaufenstraße mit einer Untertunnelung des Küchlberges. Diese Ausbauvariante enthält zusätzlich die Bahnhofsgarage (ca. 800 Stellplätze), die Kavernengarage (ca. 600 Stellplätze), die neue Seilbahnverbindung auf den Küchlberg (Dorf Tirol) und die Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung in der Innenstadt von Meran.
  • Ausbauvariante Ev: Diese Variante baut auf den Maßnahmen der Ausbauvariante C2v auf. Zusätzlich wird die Romstraße zwischen der Pfarrgasse und der Petrarca-Straße als Einbahn in Richtung Norden und die Piavestraße und in weiterer Folge die Pfarrgasse zwischen der Petrarca-Straße und der Romstraße als Einbahn in Richtung Süden geführt. Für die ÖV-Busse sollen eigene Busfahrstreifen in die Gegenrichtung installiert werden.

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Abbildung: KFZ-Verkehrsbelastungen des Planfalles P26-B(Ausbauvariante B, Prognosejahr 2026) im Vergleich mit dem Planfall P26-A (Referenzplanfall 2026)

Verkehrswegewahlmodell zu Ermittlung der KFZ-Verkehrsbelastungen am Straßennetz:
Für die Ermittlung der KFZ-Verkehrsbelastungen (Motorisierter Individualverkehr und LKW-Verkehr) des Ist­zu­standes und der Planfälle wurde ein EDV-gestütztes Ver­kehrsmodell verwendet (Wegewahlmodell). Als Grundlage für die Ermittlung der Verkehrs­belastungen steht eine Matrix der Verkehrsbeziehun­gen des KFZ-Verkehrs eines mittleren Werktags (mit starkem Tourismusverkehr) für das Bezugsjahr 2006 sowie für das Prognosejahr 2026 im Bereich der Stadt Meran zur Verfügung. Der KFZ-Autobahn­durchgangsverkehr wurde auf Grund der automatischen Dauerzählstellen des Wirtschaftsministeriums in den Matrizzen ergänzt.

Ergebnis
Die Stadt Meran ist derzeit stark von KFZ-Verkehr belastet. Besonders im Herbst und Frühjahr stößt das Meraner Straßennetz an die Grenzen der Leistungsfähigkeit. Für die Prognose der KFZ-Verkehrsbelastungen für das Jahr 2026 ist mit einer weiteren Steigerung des KFZ-Verkehrsaufkommens zu rechnen. Diese Steigerung ergibt sich hauptsächlich aus der Trendentwicklung des zunehmenden Autobesitzes, der Zunahme der zurückgelegten Wegentfernungen (dezentrale Siedlungsentwicklung, Zentralisierung der Versorgungseinrichtungen). Zusätzlich ist mit einer Erhöhung des Durchgangsverkehrs in Meran zu rechnen. Dadurch würde ohne verkehrliche Maßnahmen die Überlastung des Meraner Straßennetzes weiter zunehmen und die Lärm- und Abgasbelastungen für Bewohner und Touristen erhöht.
Der Teilausbau der Nord-West-Umfahrung zwischen MEBO und Bahnhof bewirkt zum Teil eine Entlastung des Meraner Straßennetzes vom KFZ-Verkehr und verbessert die Erreichbarkeit der Innenstadt von Meran.
Der Vollausbau der Nord-West-Umfahrung entlastet Meran stark von KFZ-Durchzugsverkehr aus dem Passeiertal in Richtung Süden sowie in Richtung Innenstadt und Bahnhof. Es ist zu erwarten, dass der KFZ-Verkehr
für diese Verkehrsrelationen auf die neue Nord-West-Umfahrung verlagert wird. Zusammen mit einer innerstädtischen Verkehrsberuhigung werden daher starke Abnahmen des KFZ-Verkehrs in der Innenstadt von Meran prognostiziert.