Verkehrsentwicklungskonzept Rahmenplan Verkehr Graz-Reininghaus 2009
 

images/de_Reininghaus_Titelblatt.gif                                                                                                                                  
Aufgabe
Für den zukünftigen neuen Stadt- teil Graz-Reininghaus soll  ein umfassendes verkehrsmittel- übergreifendes Verkehrskonzept erstellt werden.  Darauf aufbau- end soll ein umfangreiches Maßnahmen- und Umsetzungs- konzept entwickelt werden.

Auftraggeber
Stadt Graz;
Asset One Immobilien- entwicklungs AG;
 

Projektlaufzeit
2009







Aufgabenstellung

Graz-Reininghaus soll zu einem urbanen Stadtteil heranwachsen, der ein neues Stadtzentrum im Grazer Westen darstellt. Städtische Vielfalt ist in jeder Hinsicht erwünscht. Die städtebauliche Entwicklungs-Methode sowie das Ergebnis sollen Graz-Reininghaus zu einer international bekannten Marke machen. In diesem Rahmen wurden auch Perspektiven für Graz-Reininghaus für Grün- und Freiraum, Stadtszenarien, Nutzungsvielfalt, Mobilität und Next City erarbeitet.
Darauf aufbauend wurde die grundsätzliche Stadtidee – das sogenannte „Stadtmodell Graz-Reininghaus“ konzipiert. Dieses Stadtmodell Graz-Reininghaus definiert räumlich, organisatorische, wirtschaftliche, gesellschaftliche Ansprüche und stellt ein „skizzenhaftes“ Leitbild der Planung dar.


Vorgangsweise

Für die Erstellung des Verkehrskonzeptes wurden folgende Arbeitsschritte durchgeführt:

  1. Analyse des bestehenden Verkehrsangebotes im Bereich Graz-Reininghaus. 
  2. Definition von Szenarien zukünftiger Verkehrsentwicklung in Graz-Reininghaus. 
  3. Definition eines zukünftigen Entwicklungsszenarios für den Stadtteil Graz-Reininghaus als Grundlage für die verkehrstechnische und verkehrsplanerische Berechnung und Maßnahmenentwicklung.
  4. Für das ausgewählte Szenario der Verkehrsentwicklung wurde ein Maßnahmenkonzept erarbeitet. 

Bestehendes Verkehrsangebot und bestehende Verkehrsnachfrage:

Bestehendes Verkehrsangebot nichtmotorisierter Verkehr (Fußgänger und Radfahrer):
Hinsichtlich der Erschließung des Gebietes für den Fußgänger- und Fahrradverkehr besteht großer Nachholbedarf. Dies betrifft insbesondere die Anbindung für den Fahrradverkehr in Richtung Innenstadt und in die angrenzenden Stadtviertel, aber auch die Erschließung innerhalb des Stadtteils Graz-Reininghaus. 

Bestehendes Verkehrsangebot Öffentlicher Verkehr
Die Erschließung des Stadtteils Graz-Reininghaus mit dem öffentlichen Verkehr ist als sehr schlecht zu bezeichnen. Das eigentliche Gebiet von Graz-Reininghaus wird nicht erschlossen. Am Rand des Gebietes bestehen Anbindungen an die Straßenbahnlinien, Stadtbuslinien und Regionalbuslinien (GKB-Busse) sowie Südbahn und Ostbahn (Haltestelle Don Bosco). Bei der Erschließung mit dem öffentlichen Verkehr besteht großer Nachholbedarf.

Bestehendes Verkehrsangebot KFZ-Verkehr:
Graz-Reininghaus ist gut für den KFZ-Verkehr erschlossen durch:
Hauptverkehrsstraßen (stellen die direkte Verbindung zum überregionalen Straßennetz her) 
Verkehrsstraßen (Vorrangstraßen)
Sammelstraßen

Bestehende Verkehrsnachfrage
Als Grundlage für die Untersuchung wurde auf der Grundlage des KFZ-Verkehrsmodells der Stadt Graz ein Verkehrsmodell für den Bereich Graz-Reininghaus aufgebaut, das für die Abschätzung der Auswirkungen auf den KFZ-Verkehr verwendet wird.

Die am stärksten von KFZ-Verkehr belasteten Straßen in Graz-Reininghaus sind die Alte Post Straße in der Bahnunterführung und die Wetzelsdorfer Straße. Die Hauptverkehrsstraßen am Rande des Gebietes sind deutlich stärker belastet (Lazarettgürtel und Eggenberger Gürtel sowie Kärntnerstraße im Bereich Don Bosco). Stark belastet ist auch die Eggenberger Straße im Bereich der Bahnunterführung. Die anderen Straßen in Graz-Reininghaus weisen wesentlich geringere KFZ-Verkehrsbelastungen auf.
 
images/de_Reininghaus_KFZBestand.gif
Abbildung: Bestehende KFZ-Verkehrsnachfrage im Bereich Graz-Reininghaus, (Werte in KFZ/24h, Werktagsnormalverkehr 2008/2009), Verkehrsmodellrechnung; Hinweis: Grundplan städtebaulicher Rahmenplan – Bearbeitungsstand Sommer 2009



Zukünftige Varianten der städtebaulichen Entwicklung in Graz-Reininghaus

Der Stadtteil Graz-Reininghaus wird in Zukunft wesentlich intensiver bebaut und genutzt werden als derzeit. Aus heutiger Sicht ist keine exakte Voraussage einer endgültigen Nutzung möglich. Deshalb wurde als Grundlage für die Abschätzung der Verkehrsentwicklung mit verschiedenen Varianten der Nutzungs-Entwicklung gearbeitet:
- Vollnutzung aller Grundstücke mit über 1 Mio. m2 Bruttogeschoßfläche
- Teilnutzung der vorhandenen Grundstücke zu ca. 54% der Gesamt-Bruttogeschoßfläche

images/de_Reininghaus_Bruttofl%E4chen.gif

Abbildung: Untersuchte Varianten der Nutzungsart und
des Nutzungsgrades
für die Bebauung von Graz-Reininghaus


Szenarien der Verkehrsentwicklung im Stadtteil Graz-Reininghaus

Die Mobilitätsentwicklung der neuen Nutzungen wurde für verschiedene Szenarien der Verkehrspolitik untersucht. Dabei wird grundsätzlich von einer langfristig positiven wirtschaftlichen Entwicklung ausgegangen und von keinen starken Einschränkungen in der Energieversorgung:
  • Szenario „Trendentwicklung“:
  • Szenario „Sanfte Mobilität“:
  • Szenario „Eingeschränkte Auto-Mobilität“
images/de_Reininghaus_SzenarioNutzung.gif
Abbildung: Szenarien der Nutzung und Verkehrsentwicklung und Abschätzung
des zusätzlichen KFZ-Verkehrsaufkommens der MIV-Lenker durch
die
neuen Nutzungen in Graz-Reininghaus, unterschieden nach Nutzungsart


Zusätzliche Nutzungen und Verkehrsentwicklung im Umfeld von Graz-Reininghaus

Im Umfeld des eigentlichen Planungsgebietes Graz-Reininghaus sind verschiedene Nutzungen in Planung, die für die Untersuchung berücksichtigt wurden:
  • Projekt Waagner Biro Straße der ENW und benachbarte Grundstücke
  • Entwicklungen entlang der Eggenberger Straße
  • Einkaufszentrum ECE-Leiner im Bereich Niesenbergergasse – Annenstraße
  • Entwicklungen im Bereich Gürtelturm

Auswirkungen der untersuchten Nutzungsvarianten und Planfälle auf die KFZ-Verkehrsbelastungen

Mit Hilfe eines für das vorliegende Projekt von ZIS+P entwickelten Verkehrsmodells Graz-Reininghaus wurden die Auswirkungen auf die KFZ-Verkehrsnachfrage abgeschätzt. Bei allen Prognose-Planfällen wurden zusätzliche Nutzungen im Umfeld berücksichtigt (Waagner Biro Straße ENW, Eggenberger Straße, ECE-Leiner sowie Gürtelturm).

images/de_Reininghaus_KFZSzenario%20SanfteMobilitaet.gif
Abildung: KFZ-Verkehrsbelastung des Planfalls 31-2025 Nutzungsvariante A- mit Szenario der Verkehrspolitik „Sanfte Mobilität“, mit Ausbau der Bahnunterführung Josef Huber Gasse im Vergleich mit dem Bestand 2008; (ohne Verringerung der Leistungsfähigkeit der Rösselmühlgasse), grau dargestellt ist der Bestand 2008, rot die zusätzliche KFZ-Verkehrsbelastung durch den Planfall;
Hinweis: Grundplan städtebaulicher Rahmenplan – Bearbeitungsstand Sommer 2009


Generelles Maßnahmenkonzept
  • Generelle Maßnahmen zur Beeinflussung des Modal Split
  • Maßnahmenkonzept Parkraummanagement, Mobilitätsmanagement und Verkehrsorganisation 
  • Zusätzliche Maßnahmen für den Fußgänger- und Fahrradverkehr
  • Zusätzliche Maßnahmen für den öffentlichen Verkehr
  • Zusätzliche Maßnahmen für den fließenden und ruhenden motorisierten Individualverkehr
  • Generelle Vorgaben für die Entwicklung der einzelnen Quartiere

Ergebnis

Die Stadtentwicklung Graz-Reininghaus mit insgesamt über 1 Mio.m2 Grundstücksflächen (100ha) stellt eine enorme Herausforderung an die Verkehrsinfrastruktur und Verkehrsplanung dar. Eine Realisierung aller oder eines Großteils der Flächen mit bisher üblichen Ansätzen zu Nutzungsart, Stellplatzanzahl etc. würden das umliegende städtische Straßennetz großräumig stark überlasten. Aus diesem Grund wurde ein Verkehrsentwicklungskonzept erarbeitet, das sich in Absprache mit den Auftraggebern am verkehrspolitischen Szenario der „Sanften Mobilität“ orientiert. Dieses Konzept hat folgende Schwerpunkte:
  • Vorgaben für die Stadtplanung und Projektentwickler für die Art und das Ausmaß der Nutzung.
  • Mobilitätsvertrag zwischen der Stadt Graz, dem Land Steiermark, Asset One sowie den anderen Grundstücksbesitzern/Nutzern mit gegenseitigen Verpflichtungen zu Maßnahmen.
  • Umsetzung des vorliegenden Maßnahmenkonzeptes Verkehr mit folgenden Schwerpunkten:
    • Maßnahmenprogramm Mobilitätsmanagement und Parkraummanagement für die neuen Nutzungen
    • Maßnahmenprogramm Fuß- und Radwegenetz
    • Maßnahmenprogramm Öffentlicher Verkehr
    • Maßnahmenprogramm KFZ-Verkehr - Straßennetz und Parkraum

 
images/22.gif