Umweltverträglichkeitsprüfung S1 Wiener Außenring Schnellstraße Abschnitt A5/B7 bis Knoten Korneuburg A22/S1 - Teilgutachten Verkehr

 

                                                             
Aufgabe
Für das Bauvorhaben "S1 Wiener Außenring Schnellstraße Abschnitt A5/B7 bis A22" ist nach den Bestimmungen des UVP-Gesetzes eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) durchzuführen.

Autraggeber
Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie

Kooperationspartner
keine



Aufgabenstellung

Das Vorhaben ist Bestandteil eines großräumigen Ausbaukonzeptes des hochrangigen Straßennetzes in und um Wien („Regionen Ring“). Damit wird der von der zu errichtenden A5 Nord Autobahn kommende Verkehr im Wirtschaftsraum Wien aufgenommen und zwischen dem Niederösterreichischen Zentralraum und dem Wiener Umland verteilt. Mit der Verbindung der S1 West erfolgt der Lückenschluss zwischen A5 und A22 Donauufer Autobahn und damit eine Entlastung von Ortsdurchfahrten.
Das Vorhaben ist Teil des transeuropäischen Verkehrsnetzes TEN und des Generalverkehrsplanes Österreich 2002. 1999 wurde der Straßenzug u.a. auf Basis der Erkenntnisse der GSD-Studie in das Bundesstraßengesetz aufgenommen. Der S1 West liegt folgender Zielkatalog zu Grunde:
  • Minimierung der Belastungen aus dem Verkehr durch Entlastung von Ortsdurchfahrten
  • Förderung des sozialen Zusammenhalts durch gleichwertige Lebensbedingungen
  • Sicherung der individuellen Mobilitätsbedürfnisse
  • Sicherung eines gleichwertigen Zuganges zu Infrastruktureinrichtungen und Wissen
  • Beitrag zum Funktionieren des europäischen Binnnenmarktes
  • Stärkung des Wirtschaftsstandortes und der Regionalwirtschaft
  • Erhöhung der volkswirtschaftlichen Effizienz der Verkehrssysteme
  • Verbesserung der Verkehrssicherheit

Vorgangsweise

Inhalte des Gutachtens
Das Teilgutachten Verkehr besteht aus folgenden Teilbereichen:
  • Fachgutachten:Gemäß § 6 (1) Z. 2 UVP-G idgF hat die vom Projektwerber vorzulegende Umweltverträglich­keits­erklärung eine Übersicht über die wichtigsten vom Projektwerber geprüften Lösungsmöglichkeiten und Angabe der wesentlichen Auswahlgründe im Hinblick auf die Umweltauswirkungen zu enthalten; im Fall des § 1 Abs. 1 Z 4 auch die vom Projektwerber geprüften Standort- oder Trassenvarianten.
  • Maßnahmenkatalog (Beschreibung der Maßnahmen):
- Unbedingt erforderliche Maßnahmen während der Bauphase
- Unbedingt erforderliche Maßnahmen während des Betriebes
- Empfohlene Maßnahmen während des Betriebes
- Unbedingt erforderliche Maßnahmen zur Beweissicherung und zur begleitenden Kontrolle
  • Fragenbeantwortung des Prüfbuches: Eine Zusammenstellung aller im Rahmen des Umweltverträglichkeitsgutachtens an den Fachgutachter gerichteten Fragen ist im Umweltverträglichkeitsgutachten wiedergegeben. Im vorliegenden Gutachten werden lediglich jene Fragen behandelt, welche aus dem Fachgebiet  Verkehr zu beantworten sind.
- Fragenbereich 1: Alternativen, Nullvarianten, Trassenvarianten
- Fragenbereich 2: Auswirkungen, Maßnahmen, Beweissicherung und Kontrolle
- Fragenbereich 3: Auswirkungen auf die Entwicklung des Raumes


Untersuchungsräume
Der Untersuchungsraum ist in folgende Abschnitte gegliedert: 
  • Planungsgebiet ist jener Bereich, der konkrete Maßnahmen des eingereichten Projektes der S1-West beinhaltet. Er beinhaltet den Trassenbereich der S1-West vom Knoten Korneuburg (A22/S1) bis zum Knoten Eibesbrunn (A5/S1) sowie das entlang dieses Abschnitts verlaufende Gebiet.
  • Das Untersuchungsgebiet beinhaltet den gesamten Bereich der Ostregion sowie der angrenzenden Nachbarländer, mit dem verkehrliche Verflechtungen vorhanden sind. Damit ist sichergestellt, dass die untersuchten verkehrlichen Planfälle die wesentlichen verkehrlichen Wirkungen im Raum beinhalten.
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Abbildung: Lage der Trasse der S1 West

Kriterien für die Bewertung der Auswirkungen
Für das Fachgutachten Verkehr sind folgende Bewertungskriterien zur Anwendung gelangt:
  • Sicherstellung einer zufriedenstellenden Erreichbarkeit, sodass die für den maßgebenden Planfall zu erwartende Verkehrsnachfrage ohne unzumutbare Kapazitätsengpässe und ohne unzumutbaren Verkehrsstau abgewickelt werden kann.
  • Sicherstellung einer angemessenen Verkehrssicherheit, wobei durch das Projekt eine signifikante Reduktion der Verkehrsunfälle bzw. Verletzten und tödlich Verunglückten bewirkt werden muß.

Ergebnis
Aus Sicht des Fachgebietes Verkehr ist das Vorhaben S1 Wiener Außenring Schnellstraße Abschnitt A5/B7 bis A22 unter Berücksichtigung der in der UVE dargestellten und der im Gutachten als unbedingt erforderlich bezeichneten Maßnahmen insgesamt als umweltverträglich einzustufen.
Aus der Sicht des Fachbereiches Verkehr ist neben den in der UVE vorgesehenen Begleitmaßnahmen unbedingt eine Reihe von Maßnahmen während der Bauzeit und des Betriebes der S1 West, Abschnitt A5/B7 bis Knoten Korneuburg A22/S1 sowie zur Beweissicherung und zur begleitenden Kontrolle notwendig, um die Umweltverträglichkeit zu gewährleisten und negative Wirkungen zu vermeiden. Für die Inbetriebnahme der S1 West, Abschnitt A5/B7 bis Knoten Korneuburg A22/S1 ist die Inbetriebnahme des anschließenden Abschnittes der S1 bis zum Knoten Eibesbrunn und Anschluß der B7 unbedingt  eine Voraussetzung. Darüber hinaus werden auch Maßnahmen empfohlen, um während des Betriebes negative Auswirkungen zu verringern bzw. positive Effekte zu optimieren.