Fahrgasterhebung 2004       

zur Einnahmenaufteilung in der Kernzone 101 des Verkehrsverbundes Steiermark

 

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                    
Aufgabe
Vorbereitung und Durchführung von Fahrgastzählungen und Fahrgastbefragungen als Grundlage für die Einnahmenaufteilung in der Kernzone 101 des Verkehrsverbundes Steiermark

Autraggeber
Sterische Verkehrsverbund GmbH


Projektlaufzeit
2004

Kooperationspartner
WVI GmbH
Prof. Dr. Wermuth



Aufgabenstellung
 

In der Kernzone 101 (Stadtgebiet Graz und angrenzendes Umland) des Verkehrsverbundes werden Verkehrsdienstleistungen (Personen­transportleistungen bzw. Fahrgastkilometerleistungen) von unterschiedlichen Verkehrsunternehmen auf den Linien dieser Kernzone betreffend erbracht. Um eine Grundlage für die Neuregelung der Einnahmenaufteilung zu bekommen, sind Zählungen und Befragungen der Fahrgäste auf allen kernzonenüberschreitenden Linien sowie auf jenen städtischen Linien, die eine zusätzliche Bestellleistung sind bzw. von Nicht-GVB-Unternehmen betrieben werden vorzubereiten und durchzuführen.

Erhoben wurde in:

  • Fern- und Regionalzügen der Österreichischen Bundesbahn,
  • Regionalzügen der Graz-Köflacher-Bahn,
  • Regionalbussen der Österreichischen Bundesbahn, der Österreichischen Postbus AG sowie weiterer privater Verkehrsunternehmen und
  • ausgewählten innerstädtischen Buslinien innerhalb von Graz, die nicht von den Grazer Verkehrsbetrieben bedient werden.


Vorgangsweise

(1) Durchführung der Feldarbeit

  • Erstellung eines Dienstplanes für den Intervieweinsatz der Linien innerhalb der Stadtgrenze 
  • Organisation und Vorbereitung der Fahrgastbefragung
  • Vorbereitung und Durchführung eines Pre-Tests: Durchführung eines Pre-Tests auf Kursen der Regionalbuslinien, der Bahnlinien und der städtischen Buslinien vor Beginn der Felderhebung und Erarbeitung von Vorschlägen zur Adaptierung der Erhebungsunterlagen bzw. der Dienstplaneinteilung abhängig vom Ergebnis des Pre-Tests.
  • Koordination der Feldarbeit der Fahrgastbefragung: Vorbereitung und Betreuung der Fahrgasterhebung und Nachbereitung der Erhebungsunterlagen während einer Zeitdauer von insgesamt 3 Wochen.
  • Durchführung der Feldarbeit der Fahrgastbefragung 
  • Durchführung der Fahrgastbefragung mit ca. 40 Interviewern auf ca. 1050 Kursen der kernzonenüberschreitenden ÖV-Linien, ca. 550 Kursen der städtischen Buslinien und Nachkontrolle der Fragebögen und Kodierung fehlender Angaben


(2) Erhebungsquoten
  • Laut Angebot sollten insgesamt 1.614 Fahrten erhoben werden. Tatsächlich sind 1.574 Fahrten erfasst worden, die sich wie folgt auf 3 Erhebungsbereiche verteilen:
images/de_STVG_%20Erhebungsbereich_1.gif
In allen drei Erhebungsbereichen konnten mehr als 96 % des zugrunde liegenden Fahrtenangebotes erfasst werden.
  • Eine weitere Differenzierung der Erhebungsquoten nach Korridoren zeigt keine auffällige Konzentration fehlender Fahrten.
  • In Regionalbussen konnte trotz wiederholter Erhebung (Nacherhebung) keine vollständige Erfassung aller Fahrten erreicht werden.

(3) Befragungsquoten
  • Auf den erhobenen Linienfahrten wurden die Fahrgäste gezählt (Ein- und Aussteiger) und befragt. Der Fragebogen enthielt Fragen zur Einnahmenaufteilung in der Kernzone und zum Verkehrsmodell der Stadt Graz. 
  • Insgesamt wurden ca. 23.200 Interviews durchgeführt. Diese Anzahl übertrifft die vorab geschätzte Anzahl von ca. 18.500 Interviews. Die Befragungsquote betrug verbundweit etwa 65 % und lag damit deutlich über der vorab avisierten Mindestquote von 50 %. Die Befragungsquote je Erhebungsbereich ist in der folgenden Tabelle aufgeführt:
images/de_STVG_Befragungsquote_1.gif
Anmerkung: Bei Zügen bezieht sich die Befragungsquote auf die ausgewählten Platzgruppen.
  • Eine Differenzierung der Befragungsquoten nach Verkehrsmitteln und Korridoren zeigt, dass die geforderte Quote von 50 % in allen Fällen erreicht wurde:
images/de_STVG_Korridore_1.gif

Ergebnis

Die Erhebungsergebnisse entsprechen der Datenqualität vergleichbarer Erhebungen im Regionalverkehr anderer Verkehrsverbünde. Insgesamt wurde die Datenbasis der gestellten Anforderungen erfüllt und kann sowohl für Zwecke der Einnahmenaufteilung in Kernzone 101 als auch für die Kalibrierung des Verkehrsmodells wie vorgesehen genutzt werden.