Studie Parkraummanagement St. Pölten

 

                                                                                                                                                   
images/de_St_Poelten_Erhebungsgebiet_01.gif
    
Aufgabe
Erarbeitung einer Parkraumstudie in der Innenstadt von St. Pölten

Autraggeber
Magistrat der Landeshauptstadt St. Pölten


Projektlaufzeit
2006/2007

Kooperationspartner
keine



Aufgabenstellung
 
Aufgabe der vorliegenden Studie waren folgende Inhalte:
  • Durchführung einer Parkraumerhebung im öffentlichen Raum und von Garagen,
  • Darstellung und Analyse des derzeitigen Stellplatzangebotes,
  • Beratung der Fachabteilungen und der politisch Verantwortlichen von St. Pölten im Themenbereich Parkraum­management für das Kerngebiet von St. Pölten,
  • Formulierung von Zielsetzungen für mögliche Eingriffe beim Ruhenden Verkehr,
  • Ausarbeitung von Vorschlägen zur Umsetzung der Zielsetzungen, 
  • Aufzeigen von Möglichkeiten der Erfolgskontrolle für die Umsetzung der Maßnahmen, 
  • Erarbeitung von Maßnahmenvorschläge für die Verkehrsberuhigung des Parksuchverkehrs sowie der Auslastungssteuerung bzw. von Vorschlägen für die Höhe und Tageszeiten der Parkgebühren, 
  • Ermittlung der zukünftigen Stellplatznachfrage unter den verkehrspolitischen Zielsetzungen von St. Pölten, 
  • Zweckmäßigkeit und Notwendigkeit nach weiterem Stellplatzangebot im Planungsgebiet zu beantworten,
  • Entwicklung genereller alternativer Maßnahmen zur Förderung des ÖPNV, Fuß- und Radverkehrs im Sinne einer Eindämmung des MIV (motorisierter Individualverkehr) auf das „notwendige Ausmaß“.

Vorgangsweise

(1) Bestandserhebung:
Stellplatzangebot des ruhenden Verkehrs in der Altstadt und im  angrenzenden Bereich von St. Pölten:
Das Stellplatzangebot unterschieden nach Stellplatzart (Dauerstellplätze, Kurzparkplätze ohne Gebühr, Kurzparkplätze mit Gebühr, Ladestellplätze, Behindertenstellplätze Privatstellplätze, öffentliche Garagenstellplätze, Privatstellplätze – Großraum) und Fahrzeugart (PKW, LKW, Rad) wurde im Untersuchungsgebiet durch Begehung erhoben.

Angebot und Nachfrage des ruhenden Verkehrs in der Altstadt und im angrenzenden Bereich von St. Pölten:
Zur Analyse des Angebotes und der Nachfrage des ruhenden Verkehrs in St. Pölten wurde eine Kennzeichenerhebung an Werktagen im November 2006 durchgeführt.
images/de_St_Poelten_Angebot_Nachfrage_01.gif
Abbildung: Angebot und Nachfrage des ruhenden KFZ-Verkehrs in der Altstadt
und im angrenzenden Bereich von St. Pölten; Summe der erhobenen Stellplätze

images/de_St_Poelten_Stellplatzauslastung_01.gif
Abbildung: Stellplatzauslastung des ruhenden KFZ-Verkehrs in der Altstadt und im
angrenzenden Bereich von St. Pölten (Summe der erhobenen Stellplätze ohne
Parkgaragen und ohne Privatstellplätze - Großraum)


(2) Prognose der Stellplatznachfrage und des Stellplatzbedarfs:
Methode der Prognose der Stellplatznachfrage und Stellplatzbedarfs

In der Prognose der Stellplatznachfrage und des Stellplatzbedarfs werden die Veränderung der Stellplatznachfrage der Wohnbevölkerung, der Beschäftigten und Besucher – Einkaufsverkehr, Freizeitverkehr, Touristen, Wirtschaftsverkehr berücksichtigt. Besonderes Augenmerk wird auch auf den Stellplatzbedarf der geplanten neuen Nutzungen (Wohnnutzung, Büros, Geschäftsflächen etc.) gelegt. Die Prognose der Stellplatznachfrage wird in folgenden Schritten durchgeführt:

  • Prognose für bestehende Nutzungen
images/de_St_Poelten_Bestand2006_Trend2020_01.gif
Abbildung: Stellplatznagebot 2006 und Stellplatznachfrage bestehender Nutzungen
(Bestand 2006; Szenario Trend 2020) für den Altstadtbereich
  • Prognose für zusätzliche Nutzungen
images/de_St_Poelten_zusaetzlichenNutzungen_01.gif
Abbildung: Stellplatznachfrage Szenario Trend 2020 der zusätzlichen Nutzungen und geplante Stellplätze bzw. Garagenstellplätze ohne eigene zusätzliche Nutzungen in den einzelnen Gebieten

Untersuchte Stellplatznachfrageprognosen und Prognosen des erforderlichen Stellpaltzangebotes - Szenarien 2020

Für das zukünftig erforderliche Stellplatzangebot wurde eine Prognose in unterschiedlichen Szenarien erarbeitet. Dabei wurden sowohl die Zunahmen der Motorisierung der Bevölkerung als auch die Zunahme der Besucher (Kunden, Freizeitverkehr etc.), die mit dem KFZ in die Stadt kommen, aber auch der Stellplatzbedarf durch zusätzliche geplante Nutzungen (Wohnbauten, Büroprojekte, Geschäfte etc.) berücksichtigt.

images/de_St_Poelten_Prognose_Stellplatznachfrage_01.gif
Abbildung: Prognose der Stellplatznachfrage 2020, bestehendes Stellplatzangebot
und zusätzliche Stellplatzanzahl in Szenarien (Altstadtbereich)

(3) Maßnahmenkonzept für den ruhenden Verkehr und verkehrsorganisatorische Begleitmaßnahmen:
  • Sanfte Mobilität 2008+ (kurzfristige Maßnahmen)
  • Sanfte Mobilität 2020 (Mittel- bis langfristige Maßnahmen)
  • Ergänzende Maßnahmen
Ergebnis

Im Herbst 2006 wurde eine Erhebung des bestehenden Stellplatzangebotes und der Stellplatznachfrage in der Innenstadt von Sankt Pölten durchgeführt. Für die Auslastung dieser Stellplätze zeigt sich ein unterschiedliches Bild: Die innenstadtnahen Dauerparkplätze und Kurzparkplätze ohne Gebühr sind sehr stark ausgelastet, dafür ist in den Innenstadtgaragen sowie den Groß-Privatparkplätzen bei Geschäften (selbst in der Spitzenzeit von 10 bis 12 Uhr) noch eine ausreichende Anzahl von Stellplätzen vorhanden. 
Aufbauend auf den untersuchten Szenarien wurde ein Maßnahmenkonzept mit folgenden wesentlichen Inhalten erarbeitet:
  • Flächendeckende Parkraumbewirtschaftung der Stellplätze in der Altstadt und den umliegenden Bereichen.
  • Für die von der Stadtplanung aufgelisteten, geplanten zusätzlichen Nutzungen wird ein Stellplatzbedarf von ca. 7800 Stellplätzen prognostiziert, der stufenweise mit Ausbau der Nutzungen realisiert werden soll.  
  • Ergänzend sollen Maßnahmen wie die Errichtung zusätzlicher Park-and-Ride Parkplätze, Bewirtschaftung des bestehenden Park-and-Ride Parkhauses, ein Ausbau des Park- und Verkehrsleitsystems, Ökologisierung der Parkgebühr sowie Öffentlichkeitsarbeit die Parkraumbewirtschaftung im Sinne eines Gesamtkonzeptes unterstützen.
images/22.gif
images/22.gif