Verkehrstechnische Detailplanung für ausgewählte 57 bestehende VLSA in Wien 


                                                                                                                                                                                                     
    
Aufgabe
Detailplanung von ausgewählten 57 bestehenden Verkehrslichtsignalanlagen in der Stadt Wien

Autraggeber
Magistrat der Stadt Wien
MA 46
Verkehrsorganisation und technische Verkehrsangelegenheiten


Projektlaufzeit
2005/2006

Kooperationspartner
HB-Verkehrsconsult GmbH, Hamburg
Rosinak & Partner ZT GmbH, Wien
Snizek + Partner Verkehrsplanung OEG, Wien



Aufgabenstellung
Die Stadt Wien richtet ein modernes Verkehrsmanagementsystem VEMA ein. Es werden 57 „kritische“ VEMA-Verkehrslichtsignalanlagen ausgewählt, die neu geplant und umgebaut werden sollen. Da die Steuergeräte, mit Ausnahme der zwischenzeitlich erneuerten Geräte, den Leistungsanforderungen des heutigen Verkehrs und des neuen Verkehrsrechners nicht mehr entsprechen, müssen diese in der Mehrzahl erneuert werden. Zur Erstellung eines Verkehrslagebildes sollen außerdem an allen Knoten Verkehrserfassungseinrichtungen vorgesehen werden.
Im 1. Bauabschnitt werden 24 und im 2. Bauabschnitt werden 33 Verkehrslichtsignalanlagen geplant und umgebaut.

Es werden im Zuge der Detailplanung folgende Leistungen erbracht:
  • Überprüfung und gegebenenfalls Korrektur der Signallagepläne;
  • Darstellung der Signalprogramme und Zwischenzeitenmatrizen mit dem Programm Crossig, Version 3.70i;
  • Festlegung der Art und Lage der MIV-Verkehrserfassungseinrichtungen;
  • Gegebenenfalls Ergänzung der Blindenakustik;
  • Überprüfung der VLSA hinsichtlich der Kriterien des Masterplan Verkehr 2003;
  • Leitungsfähigkeitsberechnung;
  • Verbesserungsvorschläge

Grundlagen der Verkehrstechnischen Berechnungen

(1) Berechnungsmethoden
Sämtliche verkehrstechnische Berechnungen wurden nach RVS 05.04.32 durchgeführt. Die Berechnung des Reststaus erfolgt nach HBS.

(2) Leistungsfähigkeitsberechnungen
Die Leitungsfähigkeitsberechnungen erfolgen für die Spitzenstunde am Morgen und am Nachmittag (Summe aller Relationen). Die Berechnung erfolgt für jenes Signalprogramm, das zu diesen Zeiten läuft. Für die Berechnung wird das Verkehrstechnik-Programm dominoProject R3.0 [Modul Gamma] verwendet. Werden geänderte Signalprogramme vorgeschlagen, sind diese hinsichtlich Leistungsfähigkeit zu überprüfen.

(3) Überprüfung der Kriterien gemäß Masterplan Verkehr Wien

  • Fußgänger 
Es ist zu überprüfen, ob die Grünzeit in Sekunden mindestens der Schutzweglänge in Metern entspricht. Ist das nicht der Fall, so sind die Auswirkungen einer Grünzeitverlängerung für jene Schutzwege hinsichtlich Leistungsfähigkeit zu untersuchen und darzustellen. Die Räumzeit wird mit 1,2m/s berechnet.
  • ÖPNV
Die mittlere Wartezeit des ÖPNV ist zu ermitteln. Gibt es im Bestand eine ÖPNV-Koordinierung, wird darauf hingewiesen.

(4) Signalpläne, Zwischenzeiten-Matrix
Die Signalpläne und die Zwischenzeiten-Matrix werden mit dem Programm Crossig, Version 3.70i dargestellt. Folgende Unterlagen sind zu erstellen:
  • Rahmensignalpläne für alle Signalprogramme inkl. Lokalautomatik und Handschaltung. Die Darstellung erfolgt soweit möglich und zweckmäßig mit Dehnfugen.
  • Startprogramm
  • Zwischenzeiten-Matrix
images/de_VLSA_Signallageplan.gif
 Abbildung: Signallageplan Matzleinsdorfer Platz


images/de_VLSA_Rahmensignalplan.gif
Abbildung: Rahmensignalprogramm Matzleinsdorfer Platz


images/de_VLSA_Zwischenzeiten_Matrix.gif
Abbildung: Zwischenzeiten-Matrix Matzleinsdorfer Platz


Ergebnis

Bei der Überprüfung der Grünzeiten für Fußgänger wurde festgestellt, daß die Mindestgrünzeiten gemäß Masterplan Verkehr teilweise nur mit unverhältnismäßig großen Leistungsfähigkeitsverminderungen für den motorisierten Individualverkehr erreichbar wären. Das gilt insbesondere für sehr lange Schutzwege, die dementsprechend lange Räumzeiten aufweisen. Eine Verbesserung der Qualität für Fußgänger könnte durch die Anzeige der Räumzeit erreicht werden, da diese Zeit von den Fußgängern subjektiv als Sperrzeit wahrgenommen wird.

Es wird daher empfohlen, einen Pilotversuch einer Räumzeitanzeige für Fußgänger durchzuführen. Als sinnvoll wird eine Räumzeitanzeige mit bestehenden Signalen in Form von gedimmtem Rot-Blinken angesehen, das gegen Ende idealerweise schneller wird.