Personenverkehrsmodell Österreich 1995-2015

 
Aufgabenstellung
Der Österreichische Bundesverkehrswegeplan (BVWP) hat das Ziel, den Verkehr in Öster-reich im Sinne der Ziele des Österreichischen Gesamtverkehrskonzeptes zu optimieren. Wesentliche Bedeutung kommt hierbei der verkehrsträgerübergreifenden Betrachtung des Schienen- und Straßenverkehrs zu. Der BVWP stellt somit ein Instrument dar, welches die Auswahl optimaler verkehrspolitischer Strategien, aber auch die Dringlichkeit von Infrastrukturausbaumaßnahmen ermöglichen soll. Ein wesentliches Werkzeug des BVWP ist die Per-sonenverkehrs-Modellrechnung. Sie hat die verkehrlichen Daten der Verkehrsnachfrage und des Verkehrsangebotes für den Ist-Zustand 1995 (Bestandsfall), den Plannullfall (im Prinzip ein Trendszenario) sowie die Planfälle 2015 (Szenarien mit Maßnahmenbündel) für die Prognosejahre bereitzustellen. Dies beinhaltet das Verkehrsaufkommen, die Matrizen der Verkehrsbeziehungen, die Verkehrsmittelaufteilungen und die Verkehrsbelastungen für den öffentlichen und motorisierten Individualverkehr des übergeordneten Schienen- und Straßennetzes von Österreich.
Die zu untersuchenden Planfälle basieren auf verschiedenen verkehrspolitischen Rahmenbedingungen und unterschiedlichen Strategien für den Infrastrukturausbau. Das Personenverkehrsmodell erfüllt die nachfolgend definierten Abgrenzungen und Anforderungen:
  • Repräsentation des Werktagsverkehrs des Frühjahr- und Herbstnormalverkehrs der Österreicher und vorübergehend anwesenden Personen in Österreich sowie des Binnen-, Ziel- und Quellverkehrs, Durchgangsverkehrs in Bezug auf Österreich;
  • Aggregationsstufe von 676 österreichischen Verkehrszellen und 205 Verkehrszellen des Auslandes und valide Abbildung des Ziel-, Quell- und Aussenverkehrs dieser Verkehrszellen; 
  • Ausreichend genaue und valide Abbildung der Verkehrsbelastung des österreichischen Bundesstraßenetzes und Eisenbahnnetzes an den Grenzen der Verkehrszellen inklusive der notwendigen Zubringerlinien;
  • Maßnahmensensibel gegenüber Veränderungen

  • - der Infrastruktur (Fahrzeiten, Kapazitäten usw.) 
    - der Preisgestaltung (Treibstoffpreis, Straßenmaut, Tarife)
    - sonstiger verkehrspolitischer Rahmenbedingungen 
  • in Bezug auf die Verkehrserzeugung, Verkehrsverpflichtung, Verkehrsmittel- und Verkehrswegewahl;
  • Die Verkehrsnachfrage wird getrennt nach Verkehrszwecken ermittelt;
  • Es sind folgende Verkehrsmittel berücksichtigt:

  • - motorisierter Individualverkehr (Personenverkehr + Straßengüterverkehr für die Wegewahl)
    - Eisenbahnverkehr
    - Regionalbusverkehr als Eisenbahnzubringerverkehr
    - städtischer öffentlicher Verkehr, soweit er als Zubringerverkehr relevant ist. 
 
 
Methode und Durchführung
Da keine flächendeckenden Verkehrsdaten für den Ist-Zustand vorhanden waren, wurde folgende Vorgangsweise gewählt: 
  • Konzeption eines 3-Stufen-Modells für den heimgebundenen Binnenverkehr der Österreicher (Stufe 1 Verkehrserzeugung, Stufe 2 Simultane Verkehrsverflechtung und Verkehrsmittelwahl, Stufe 3 Verkehrswegewahl);
  • Konzeption eines 3-Stufen-Modells für den übrigen Verkehr (Stufe 1 Simultane Verkehrs-erzeugung und Verflechtung, Stufe 2 Verkehrsmittelwahl, Stufe 3 Verkehrswegewahl);
  • Ableitung von Verkehrsverhaltensparametern von vorliegenden Verkehrsverhaltensdaten;
  • Kalibrierung der Verkehrsbeziehungen und Verkehrswegenetzbelastungen an vorhandenen Querschnittszählungen.
 

Ergebnisseder untersuchte Planfälle
Die untersuchten Planfälle repräsentieren die gesamte Breite der möglichen Verkehrspolitik für Österreich und sollen die Auswahl einer optimalen verkehrspolitischen Strategie ermöglichen.
 
 
Abbildung: Schematische Einordnung der untersuchten Szenarien in die Zielrichtung der Verkehrspolitik
 

 
 
 
Abbildung: Verkehrsaufkommen der Planfälle ÖV
 
 

 
 
 
Abbildung: Verkehrsaufkommen der Planfälle MIV
 


 
 
 
Abbildung: Co2-Emissionen des MIV am österreichischen Bundesstraßen-, Schnellstraßen- und Autobahnnetz