Globale Nutzenabschätzung eines City-Logistik Modells für die Stadt Graz

Aufgabenstellung
Der städtische Güterverkehr wird im Rahmen des städtischen Verkehrs als ein wesentliches Problem genannt. Durch nicht abgestimmte Liefertätigkeiten wird einerseits der Verkehrsfluss und die Verkehrssicherheit beeinträchtigt bzw. die Lärm-, Abgas-, und Parkproblematik verschärft. Anderseits klagt der innerstädtische Kleinhandel über Schwierigkeiten bei der Zulieferung und beim Abtransport der Waren. Eine Möglichkeit, diese Probleme zu lösen wird in der City-Logistik gesehen.
Ziel dieser Studie war es,
  • - aus den Erfahrungen von ähnlichen Projekten in anderen Städten eine globale Nutzenabschätzung eines solchen Systems für Graz abzuleiten;
  • - den themenbezogenen Informations- und Bewusstseinsstand der innerstädtischen Wirtschaftstreibenden zu erheben;
  • - festzustellen, ob in Graz die Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Einführung von City-Logistik gegeben sind;
  • - im positiven Fall eine konkrete Vorgangsweise vorzuschlagen, die einen größtmöglichen Erfolg verspricht.

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Vorgangsweise
  • Definition von Rahmenbedingungen für ein City-Logistik Modell

  • Um ein für ein speziell auf die Stadt Graz ausgerichtetes City-Logistik Modells definieren zu können, mussten jene Rahmenbedingungen, die den Güterverkehr global, lokal und durch die gegebene Situation in der Stadt Graz beeinflussen, ermittelt werden.
  • Betrachtung von City-Logistik Modelle vergleichbarer Städte

  • Als Vergleichsbasis wurden Daten von ähnlichen City-Logistik Modelle mittels eines dafür ausgearbeiteten Fragebogens bzw. mittels Literaturrecherche erhoben. Daraus konnten verschiedene Möglichkeiten einer erfolgreichen Implementierung in der Stadt Graz sondiert werden.
  • Ermittlung von Wirtschaftsdaten der Stadt Graz bzw. deren Innenstadtgebiete

  • Als eine Datenquelle dienten Statistiken über das Güterverkehrsaufkommen Verkehrsaufkommen der Stadt Graz. Zusätzlich wurde eine Stichprobenbefragung von Wirtschaftsbetriebe durchgeführt. Daraus konnten die für ein City-Logistik Modell notwendigen Daten über Warenmengen, Anlieferungsverhalten, Problemfelder etc. abgeschätzt werden, welche aus Input für die entwickelten Maßnahmen dienten.
  • Entwicklung von Modellvarianten einer City-Logistik

  • Durch die unterschiedlichen Rahmenbedingung für bestehende City-Logistik Modelle musste für die Stadt Graz ein maßgeschneidertes Modell entwickelt werden. Dieses konkrete City-Logistik Konzept wurde als eine Zusammensetzung verschiedener Module erarbeitet, die aus den lokal gegeben Schwerpunkten abgeleitet wurden. Die nachfolgenden Graphiken zeigen als Beispiel die möglichen Module der räumlichen Systemabgrenzung eines City-Logistik-Modells in der Stadt Graz:
     
räumliche Systemgrenze innerstädtischer Raum räumliche, über Sektoren definierte Systemgrenzen räumliche, bedarfsflexibel definierte Systemgrenze

 


Mit den entwickelten Detailmodulen konnte ein Baukastensystems zusammen gestellt werden. Auf dessen Basis konnten einzelne Ausbaustufen für eine vorausschauende Umsetzung eines City-Logistik Modells für die Stadt Graz definiert werden.
Bewertung:
Basierend auf der erhobenen Datengrundlage wurde eine Abschätzung des fahrtenanzahl- und fahrleistungsbezogene Einsparpotentiales eines City-Logistik Systems für einzelne Ausbaustufen durchgeführt. Folgende Nutzen wurden für die Analyse abgeschätzt:
  • Verkehrlicher Nutzen; 
  • Ökologischer Nutzen;
  • Ökonomischer Nutzen.

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Schlussfolgerung:
Aus logistischer Sicht ergaben sich durch ein City-Logistik Modell Einspar- bzw. Bündelungspotentiale, die trotz deren relativ geringen Größe in Bezug auf das Gesamtaufkommen der Stadt Graz einen betriebswirtschaftliche Nutzen bringen könnten. Es stellt aber keine Maßnahme dar, welche eine spürbare Abnahme der Verkehrs- und Umweltprobleme in der Stadt Graz mit sich bringt. Jedoch leistet ein derartiges Modell einen qualitativ wichtigen Beitrag die Lebensqualität und das Image einer innovativen Stadt zu erhöhen.