Mobilitätsprognose Niederösterreich 2003 - 2020

 

mobilitaetsprognose_niederoesterreich_leistung Aufgabe
Erstellung einer Mobilitäts- und Motorisierungsprognose für das Jahr 2020 in Niederösterreich.

Auftraggeber
Amt der Niederösterreichischen Landesregierung

Projektlaufzeit
ca. 3 Monate

Kooperationspartner
VP Snizek


Aufgabenstellung
Im Rahmen der Fortschreibung des niederösterreichischen Landesverkehrskonzeptes (LVK) war eine Mobilitäts- und Motorisierungsprognose für das Jahr 2020 basierend auf Daten der landesweiten Mobilitätsbefragung 2003 und der ÖROK-Bevölkerungsprognose zu erarbeiten. Da für das Jahr 1990 keine mit der Mobilitätserhebung 2003 vergleichbaren Daten vorliegen, wurde für dieses Jahr eine Rückprognose durchgeführt.

Vorgangsweise

Die Motorisierungs- und Mobilitätsprognose wurde auf Basis der individuell vorhandenen Mobilitätsdaten einer Stichprobe der niederösterreichischen Wohnbevölkerung in folgenden Schritten durchgeführt:
  • Prognose bzw. Abschätzung des Motorisierungsgrades:
    Aus der beobachteten Entwicklung der Vergangenheit wurden für verhaltenshomogene Gruppen (Altersklassen und Geschlecht) für alle Bezugsjahre der Motorisierungsgrad ermittelt.
  • Hochrechnung der Stichprobe auf die Grundgesamtheit:
    Da für die jeweiligen Bezugsjahre stark unterschiedliche demographische Entwicklungen der Bevölkerung bestehen, erfolgt eine Hochrechnung nach verhaltenshomogenen Gruppen (Alterklasse, Geschlecht, Besitz von PKW oder Kombi, Fünftel) basierend auf der ÖROK-Bevölkerungsprognose 2004 (Hauptszenario).
  • Berücksichtigung von zusätzlichen Modal Split – Veränderungen und Änderungen der Weglängen:
    Zusätzlich zur demographischen Entwicklung ist auch die Entwicklung der Raumstrukturen (dezentrale Siedlungsentwicklung, größere Entfernung der Daseinsgrundfunktionen) für das Mobilitätsverhalten wesentlich. Die in der Vergangenheit beobachtete Zunahme der Weglänge der MIV-Fahrten wird in 3 Varianten berücksichtigt, Variante 1 mittlere Steigerung des MIV, Variante 2 starke Steigerung des MIV und Variante 3 geringe Steigerung des MIV.

 

Ergebnis

Das Ergebnis der Mobilitätsprognose ist ein Vergleich der verschiedenen Indikatoren für die Jahre 1990, 2003 und 2020:
  • Bis zum Jahr 2020 ist mit einem Anstieg der niederösterreichischen Wohnbevölkerung um ca. 7% und mit einer Veränderung der Bevölkerungsstruktur zu Rechnen.
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Abbildung: Wohnbevölkerung in Niederösterreich getrennt nach Altersklassen in den Jahren 1990, 2003 und 2020



  • Der Motorisierungsgrad der über 18 jährigen wird von 700 auf ca. 840 PKW und Kombi pro 1000 Einwohner Ansteigen, wobei der Großteil der Steigerung bei den Frauen zu erwarten ist.

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Abbildung: Entwicklung des Motorisierungsgrades der Erwachsenen im Bestand und in der Prognose in Niederösterreich


  • Beim Modal Split ist ein weiterer starker Anstieg des MIV-Lenkeranteils con derzeit 50% auf 56% bis 60% zu erwarten, während der Fußgängeranteil stark sinkt. Der Rad- ÖV- und MIV-Mitfahreranteil hat leicht abnehmende Tendenz.

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Abbildung Verkehrsmittelaufteilung 1990, 2003 und 2020



  • Die Verkehrsleistung in Kilometern wird stark steigen. Dies ist eine Folge des stark zunehmenden Verkehrs der MIV-Lenker.
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Abbildung: Verkehrsleistung 1990, 2003 und 2020

 

In der Mobilitätsprognose wurden weites noch die Wegehäufigkeit, die Weglänge, die Wegdauer, die Verkehrszweckaufteilung, das Verkehrsaufkommen und die Verkehrsdauer untersucht.